Schon gesehen?

Facebooktwittergoogle_plusredditmail
Einige hatten noch nie ein Déjà-vu, andere zerbrechen sich darüber tagelang den Kopf. Diese Déjà-vus aus der Popkultur sollte jeder kennen.

Von Ramona Drosner

Sigmund Freud kannte es, Madonna kennt es auch: Das Déjà-vu. Es ist das Gefühl, etwas schon einmal ganz genau so erlebt zu haben. Nicht nur die Wissenschaft setzt sich mit diesem Phänomen auseinander, sondern auch Schriftsteller, Filmemacher und Musiker. Eine Reise durch mehr als 150 Jahre Déjà-vus.

 

1. Charles Dickens – David Copperfield (1849)

„David Copperfield“ ist ein teils autobiographischer Roman von Charles Dickens. Dickens bezeichnete die Hauptfigur Copperfield sogar als sein Lieblingskind. An einer Stelle des Buchs erklärt Copperfield, was für ihn Déjà-vu bedeutet: die Erinnerung an eine frühere Zeit.

„Wir alle haben wohl schon das Gefühl kennengelernt, das uns gelegentlich überkommt, als wäre etwas schon lange vorher gesagt und getan worden, als hätten wir in altersgrauer Zeit dieselben Gesichter, Gegenstände und Verhältnisse erlebt und wüssten genau, was im nächsten Augenblick geschehen wird, ebenfalls aus alter Erinnerung her“

 

2. Sigmund Freud – Zur Psychopathologie des Alltags (1904)

Für Sigmund Freud, den Begründer der Psychoanalyse, waren Déjà-vus kein Zufall. Er sah in ihnen eine Botschaft des Unbewussten.

„Ich meine man tut unrecht, die Empfindung des schon einmal Erlebthabens als eine Illusion zu bezeichnen. Die Empfindung des Déjà-vu entspricht, kurz gesagt, der Erinnerung an eine unbewusste Phantasie“

 

3. Marcel Proust – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (1913)

Von Erinnerungen und Déjà-vus handelt der Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust. Zu den bekanntesten Szenen der Literaturgeschichte gehört die Madeleine-Episode. Sie handelt von Keksen, die den Protagonisten in seine Kindheit zurück versetzen.

„In der Sekunde nun, als dieser mit dem Kuchengeschmack gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen und war wie gebannt durch etwas Ungewöhnliches, das sich in mir vollzog. Ein unerhörtes Glücksgefühl, das ganz für sich allein bestand und dessen Grund mir unbekannt blieb, hatte mich durchströmt. … “

 

4. Michel Foucault – Wahnsinn und Gesellschaft (1961)

Düstere Worte über das Déjà-vu schreibt der französische Philosoph Michel Foucault in seinem Buch „Wahnsinn und Gesellschaft“. Er verwendet es als Metapher für Wahnsinn.

„Wahnsinn ist das Déjà-vu des Todes“
„Madness is the déjà-vu of death.“

 

5. Monty Python’s Flying Circus – Déjà-vu (1970)

Die britische Komikergruppe Monty Python ist spätestens seit dem Film „Das Leben des Brian“ international bekannt. In den 1970er Jahren blödelte sie mit der Serie „Monty Python’s Flying Circus “ im britischen Fernsehen. Was „Déjà-vu“ bedeutet, führen die Komiker in einem unvergesslichen Sketch vor: Ein Fernsehsprecher wiederholt darin einfach unaufhörlich die Definition des Wortes.

 

6. Marilyn Manson – in einem Interview (1996)

Der amerikanische Rocker Marilyn Manson ist bekannt für düstere Songs, rote Lippen und pechschwarzes Haar. Im Déjà-vu sieht Manson eine Botschaft aus der Zukunft, wie er in einem Intreview verrät:

„I haven’t finished my theory on it, but I feel we will develop the ability to send ourselves messages from the future. That’s what I think deja vu is“

„Ich bin mir noch nicht endgültig sicher über meine Theorie: Aber ich habe das Gefühl, wir entwickeln die Fähigkeit uns gegenseitig Nachrichten von der Zukunft zu schicken. Das ist ein Déjà-vu, denke ich“

 

7. Desperately Seeking Susan (1985)

Im Alter von 27 Jahren spielte Madonna die Hauptrolle im Kinofilm „Desperate Seeking Susan“. Darin stellte die Popdiva eine existentielle Frage zum Déjà-vu:

„How can you have a déjà vu – if you don’t remember anything?“

„Wie kann man ein Déjà-vu haben, ohne sich an irgendetwas zu erinnern?“

 

8. Marcel Proust – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (1913)

Von Erinnerungen und Déjà-Vus handelt der Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust. Zu den bekanntesten Szenen der Literaturgeschichte gehört die Madeleine-Episode. Sie handelt von Keksen, die den Protagonisten in seine Kindheit zurück versetzen.

„In der Sekunde nun, als dieser mit dem Kuchengeschmack gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen und war wie gebannt durch etwas Ungewöhnliches, das sich in mir vollzog. Ein unerhörtes Glücksgefühl, das ganz für sich allein bestand und dessen Grund mir unbekannt blieb, hatte mich durchströmt. … “

 

9. Matrix (1999 – 2003)

In der Science-Fiction Welt der „Matrix“-Trilogie ist die Menschheit in einer virtuellen Realität gefangen. Doch wie jedes Computerprogramm hat auch die Matrix ihre Fehler. Und die machen sich bei den Gefangenen bemerkbar.

„Déjà-vu is usually a glitch in the Matrix. It happens when they change something.“

„Déjà-vus sind oft Fehler in der Matrix. Das kann passieren, wenn sie etwas ändern.“

 

 10. Beyoncé feat Jay-Z – Déjà-vu (2006)

In ihrem Song Déjà-vu singt die Pop-Ikone Beyoncé:

„Know that I can’t get over you. ’Cause everything I see is you. And I don’t want no substitute. Baby I swear it’s Déjà-vu „

„Ich weiß, dass ich nicht über dich hinweg komme. Weil alles, was ich sehe, bist du. Und ich will keinen Ersatz. Baby, ich schwör, es ist ein Déjà-vu“

 

11. Déjà-vu – Der Film (2006)

Im Film „Deja Vu“ von Tony Scott wird das Déjà-vu als Zeitreise dargestellt – das ist für die neuere Pop-Geschichte typisch.  Eines der bekanntesten Zitate aus dem Film lautet:

„Was, wenn Sie jemandem die wichtigste Sache der Welt erklären müssten, aber er glaubt Ihnen nicht?“ …
„Ich würde es versuchen.“

 

Lust auf mehr? Das erwartet dich im RLY?-Magazin:

Wissenschaftler rätseln, was während eines Déjà-vus in unserem Körper passiert. Fürs RLY?-Magazin erzählen Ärzte, Psychologen und Philosophen von ihrer Spurensuche – und erklären, was Seepferdchen, Schluckauf und das Déjà-vu gemeinsam haben.

Foto: Giuliamar (CC0 1.0)

Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar