Roboter auf LSD

Facebooktwittergoogle_plusredditmail
Kunst-Bots verblüffen das Netz. Auf Twitter zaubern sie Helden ein Lächeln ins Gesicht, erschaffen Gedichte und halluzinieren wie auf Drogen.

Von Sebastian Meineck
Google Deep Dream. Foto: Martin Thoma (CC0 1.0)

Einige sind Poeten, andere sind einfach nur verrückt: Diese zehn Kunst-Bots sollte jeder kennen.

1. Poetisch: #AccidentalHaiku

Ein Haiku ist eine japanische Gedichtform, die aus 17 Silben besteht. Der Bot @accidental575 durchsucht Twitter nach Posts mit der passenden Silbenzahl und retweetet sie als Gedicht.

2. Bitte Lächeln: @smilevector

Mithilfe von Künstlicher Intelligenz untersucht @smilevetor die Gesichter geposteter Bilder und zaubert ihnen ein Lächeln auf die Lippen. Der Bot verändert Mundwinkel, Zähne und Augenpartie. Er hat schon zum Beispiel Superman, Harry Potter und Ricky Gervais zum Grinsen gebracht. Das Ergebnis gibt es in Form von Videoclips auf Twitter zu sehen.

3. Aufgeräumt: @pixelsorter

Der @pixelsorter zerlegt auf Twitter veröffentlichte Fotos in Pixel, ordnet sie nach Farbe und postet das Ergebnis. Wer dem Bot ein eigenes Foto vorlegen möchte, kann ihn einfach antwittern. Auf Wunsch kann der Bot das Foto auch in Zickzacklinien oder als Mosaik bearbeiten. Was Nutzer dafür tun müssen, verraten die Entwickler auf ihrer Website.

4. Wie bei Van Goth: @DeepForger

Ein Selfie im Stil von Picasso? Ein Essenfoto im Stil von Van Goth? Für den @DeepForger ist das kein Problem. Der Bot macht mithilfe von Künstlicher Intelligenz aus eingereichten Fotos Kunst. Nutzer müssen einfach den Bot mit einem selbstgemachten Bild antwittern. Extrawünsche lassen sich mit weiteren Befehlen angeben, wie der Entwickler auf seiner Website erklärt.

5. Kantig: @homagesquare

Dieser nerdige Bot postet jeden Tag Variationen von farbigen Quadraten. Warum? Weil er’s kann. In der Account-Beschreibung heißt es lapidar, der Bot sei eine „Farb-Studie“. Welche Farbkombination @homagesquare als nächstes postet, können die Nutzer selbst bestimmen. Sie müssen den Bot einfach mit den passenden Farbcodes antwittern.

6. Galaktisch: @dscovr_epic

Der Bot @dscovr_epic postet mehrmals täglich ein neues Bild der Erde aus dem Weltall. Die Fotos stammen von Satelliten der NASA und sind kostenlos im Netz verfügbar.

7. Chaotisch: @GlitchLogos

Dieser Bot schafft Unordnung: Er nimmt sich die Logos von bekannten Unternehmen wie Starbucks, Ferrari oder Microsoft, veränderte die Koordinaten und postet das Ergebnis auf Twitter. Die Bilder von @GlitchLogos sind manchmal surreal, manchmal einfach nur hässlich.

8. Igitt: @mothgenerator

Auf der Welt gibt es mehr als 160.000 Arten von Faltern und Schmetterlingen – und ständig erfindet der @mothgenerator auf Twitter neue. Die Form und Farbe der Flügel wird vom Computer generiert – ebenso die pseudowissenschaftlichen Namen.

9. Trippy: @deepdreambot

Die Google-Software “DeepDream” kann Fotos nach Motiven untersuchen. Zum Beispiel erkennt „DeepDream“ Gesichter oder Katzen. „DeepDream“ kann man aber auch mit Fotos füttern, auf denen gar keine Gesichter oder Katzen zu sehen sind. Die Software untersucht das Bild dann trotzdem – bis sie irgendwelche Formen findet, die den gesuchten Motive entfernt ähneln. Das Ergebnis erinnert an die Halluzinationen eines Drogentrips. Mit dem @deepdreambot kann das jeder mit eigenen Bildern ausprobieren.

10. Sprechende Berge: @momouthness

Wer die Website „Mountains of Mouthness“ aufruft, sieht zwei computeranimierte Berge mit schiefen Zähnen. Mit donnernder Stimme zitieren die Berge Tweets, die gerade jemand auf Twitter gepostet hat. Alle Tweets enthalten das englische Wort „bad“. Auch Tweets mit dem Hashtag #mouthness werden zitiert. Das kuriose Online-Projekt funktioniert aber nicht immer zuverlässig: Oft bleiben die Berge, vermutlich aus technischen Gründen, stumm.

Foto: Martin Thoma (CC0 1.0)

Lust auf mehr? Das erwartet dich im RLY?-Magazin:

Einige Bots im Netz verhalten sich wie Menschen. Sie flirten, zocken, hören Musik und verbreiten Propaganda. Fürs RLY?-Magazin erklärt ein Bot-Jäger, warum Bots gefährlich und verführerisch sind. Und ein weiblicher Bot erzählt, was für ihn Liebe bedeutet.

Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar